← Musiktheorie

Akkordfolgen

Eine Akkordfolge ist eine Reihe von Akkorden, die in sehr vielen Stücken vorkommt, wie die II V I oder der zwölftaktige Blues. Hier findest du 34 davon, mit den Akkorden in jeder Tonart und der Skala für jeden Akkord.

Zu jeder Akkordfolge findest du die Akkorde in Stufen (sie gelten in allen Tonarten) und in der gewählten Tonart, mit der Skala für jeden Akkord. Hör sie dir an und öffne dann die Übung: Der Generator bereitet sie mit derselben Akkordfolge vor.

Die Stufen werden in römischen Ziffern geschrieben: I ist der Akkord auf der Tonika, V der auf der fünften Stufe. ♭ und ♯ bezeichnen eine gegenüber der Durtonleiter erniedrigte oder erhöhte Stufe.

Die Kadenzen

Die II V I und ihre Varianten: der häufigste Weg zu einem Akkord, in Dur und in Moll.

II V I in Dur

IIm7 – V7 – Imaj7

Die wichtigste Kadenz im Jazz: ein Mollakkord auf der II. Stufe, die Dominante auf der V., die Auflösung auf die Tonika.

Die II bereitet vor, die V baut Spannung auf, die I löst sie. Die Grundtöne fallen in Quinten (D, G, C), und die Guide Tones bewegen sich stufenweise: Die Septime des IIm7 fällt auf die Terz des V7, die Septime des V7 fällt auf die Terz des Imaj7. Die drei Skalen (Dorisch, Mixolydisch, Dur) haben dieselben Töne: Die ganze II V I lässt sich mit der Skala der Tonart spielen, nur die Zieltöne ändern sich.

in C-Dur

  1. IIm7
  2. V7
  3. Imaj7
AkkordSkala
IIm7Dm7 1 TaktDorisch
V7G7 1 TaktMixolydisch
Imaj7Cmaj7 2 TakteDur

Wo sie vorkommt: Fast jeder Standard: „Autumn Leaves“, „Satin Doll“, „Tune Up“, „Honeysuckle Rose“.

Generator ausprobieren

II V I in Moll

IIm7♭5 – V7♭9 – Im6

Die II V I in Moll: halbvermindert, Dominante mit ♭9, Molltonika.

Gegenüber Dur ändert sich die Farbe: Die II wird halbvermindert (m7♭5), und die Dominante bekommt die tiefe None, die zur Quinte der Molltonika führt. Hier gibt es nicht mehr nur eine Skala: Lokrisch über der II, Phrygisch-Dominant (oder Alteriert) über der V, Melodisch Moll über der Tonika.

in C-Moll

  1. IIm7♭5
  2. V7♭9
  3. Im6
AkkordSkala
IIm7♭5Dm7♭5 1 TaktLokrisch
V7♭9G7♭9 1 TaktPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
Im6Cm6 2 TakteMelodisches Moll

Wo sie vorkommt: „Blue Bossa“, „Alone Together“, der zweite Teil von „Autumn Leaves“.

Generator ausprobieren

Kette von II V

IIm7 – V7

Eine II V, die sich nicht auflöst und einen Ganzton tiefer rückt, dann noch einen Ganzton tiefer.

Die II V ist eine Einheit, die man verschieben kann: In Stücken führt sie oft von einer Tonart zur nächsten, ohne je anzuhalten. Hier fällt sie in Ganztönen, wie in vielen Standards. Es ist die beste Übung, um die II V in allen Tonarten zu lernen: Dorisch und Mixolydisch, mit einem Tonartwechsel alle zwei Takte.

in C-Dur

  1. IIm7
  2. V7
AkkordSkala
IIm7Dm7 1 TaktDorisch
V7G7 1 TaktMixolydisch

Wo sie vorkommt: „Tune Up“, „Solar“, die Bridge von „Cherokee“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Dur und parallele Molltonart

IIm7 – V7 – Imaj7 – IVmaj7 – VIIm7♭5 – III7♭9 – VIm6

Die Kadenz von „Autumn Leaves“: II V I IV in Dur, dann II V I in der Molltonparallele.

Zwei Tonarten mit denselben Tönen, etwa G-Dur und e-Moll, nacheinander. Der IVmaj7 dient als Brücke: Vom C geht es hinunter zum halbverminderten Fis und hinein in die Moll-II-V-I. Im Durteil genügen die Skalen der Tonart; im Mollteil ändert sich die Dominante, die Phrygisch-Dominant verlangt.

in C-Dur

  1. IIm7
  2. V7
  3. Imaj7
  4. IVmaj7
  5. VIIm7♭5
  6. III7♭9
  7. VIm6
AkkordSkala
IIm7Dm7 1 TaktDorisch
V7G7 1 TaktMixolydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur
IVmaj7Fmaj7 1 TaktLydisch
VIIm7♭5Hm7♭5 1 TaktLokrisch
III7♭9E7♭9 1 TaktPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
VIm6Am6 2 TakteMelodisches Moll

Wo sie vorkommt: „Autumn Leaves“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Diatonischer Quintenzirkel

Imaj7 – IVmaj7 – VIIm7♭5 – III7 – VIm7 – IIm7 – V7 – Imaj7

Alle sieben Stufen der Tonart nacheinander, in Quinten fallend.

Imaj7, IVmaj7, VIIm7♭5, III7, VIm7, IIm7, V7 und wieder I: Die Grundtöne fallen immer um eine Quinte, wie im Quintenzirkel. Die III wird zur Dominante (III7), um kräftiger zur Moll-VI zu führen. Eine sehr gute Übung, um die sieben Stufen zu hören: Jede hat ihre Skala, fast alle mit den Tönen der Tonart.

in C-Dur

  1. Imaj7
  2. IVmaj7
  3. VIIm7♭5
  4. III7
  5. VIm7
  6. IIm7
  7. V7
  8. Imaj7
AkkordSkala
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur
IVmaj7Fmaj7 1 TaktLydisch
VIIm7♭5Hm7♭5 1 TaktLokrisch
III7E7 1 TaktPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
VIm7Am7 1 TaktÄolisch
IIm7Dm7 1 TaktDorisch
V7G7 1 TaktMixolydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: „Autumn Leaves“, „Fly Me to the Moon“, „I Will Survive“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Mollkadenz mit iv

Im6 – IVm7 – IIm7♭5 – V7♭9 – Im6

Die Mollkadenz über die Moll-IV: Im6, IVm7, IIm7♭5, V7♭9, Im6.

Die Molltonika geht zur Moll-IV (Subdominante), dann folgt die Kadenz: halbvermindert, Dominante mit ♭9, Tonika. Das ist der Weg vieler Mollstücke. Melodisch Moll über der Tonika, Dorisch über der IV, Lokrisch über der II, Phrygisch-Dominant über der V.

in C-Moll

  1. Im6
  2. IVm7
  3. IIm7♭5
  4. V7♭9
  5. Im6
AkkordSkala
Im6Cm6 1 TaktMelodisches Moll
IVm7Fm7 1 TaktDorisch
IIm7♭5Dm7♭5 1 TaktLokrisch
V7♭9G7♭9 1 TaktPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
Im6Cm6 2 TakteMelodisches Moll

Wo sie vorkommt: „Blue Bossa“, „Summertime“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Sus-Dominante (V7sus V7 I)

V7sus – V7 – Imaj7

Die Sus-Dominante, die sich vor der I in die echte Dominante auflöst.

Im V7sus ersetzt die Quarte die Terz: Der Akkord bleibt in der Schwebe und drängt noch nicht zur Tonika. Wenn die Quarte auf die Terz fällt (V7), kommt die Spannung und löst sich auf die I. Über beiden spielt man Mixolydisch: Nur der Schwerpunktton ändert sich, zuerst die Quarte, dann die Terz.

in C-Dur

  1. V7sus
  2. V7
  3. Imaj7
AkkordSkala
V7susG7sus 1 TaktMixolydisch
V7G7 1 TaktMixolydisch
Imaj7Cmaj7 2 TakteDur

Wo sie vorkommt: Viel verwendet im modalen Jazz und im Pop: „Maiden Voyage“ besteht nur aus Sus-Akkorden.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Substitutionen und Farben

Dasselbe Ziel auf einem anderen Weg: Tritonus, Hintertüren, chromatische Linien und die tonalen Zentren von Coltrane.

II ♭II7 I (Tritonussubstitution)

IIm7 – ♭II7 – Imaj7

Die II V I mit der Dominante ersetzt durch die einen Tritonus entfernte: IIm7 ♭II7 Imaj7.

Zwei Dominanten im Tritonusabstand (G7 und Des7) haben dieselbe Terz und dieselbe Septime, vertauscht: Sie können einander ersetzen. Mit der Substitution fällt der Bass chromatisch (D, Des, C) statt in Quinten. Über der Substitutdominante spielt man Lydisch-Dominant: Ihre Töne sind die der alterierten Skala der ursprünglichen Dominante.

in C-Dur

  1. IIm7
  2. ♭II7
  3. Imaj7
AkkordSkala
IIm7Dm7 1 TaktDorisch
♭II7Des7 1 TaktLydisch-Dominant
Imaj7Cmaj7 2 TakteDur

Wo sie vorkommt: Ab dem Bebop allgegenwärtig; in Themen: „The Girl from Ipanema“, „Satin Doll“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Backdoor-Kadenz (iv ♭VII7 I)

IVm7 – ♭VII7 – Imaj7

Man erreicht die I durch die „Hintertür“: IVm7 und ♭VII7 statt II V.

Die Moll-IV und der ♭VII7 stammen aus der gleichnamigen Molltonart: eine Entlehnung (Modal Interchange). Der ♭VII7 hat dieselbe Funktion wie die Dominante, aber eine weichere, melancholische Farbe. Dorisch über dem IVm7, Lydisch-Dominant über dem ♭VII7.

in C-Dur

  1. IVm7
  2. ♭VII7
  3. Imaj7
AkkordSkala
IVm7Fm7 1 TaktDorisch
♭VII7B7 1 TaktLydisch-Dominant
Imaj7Cmaj7 2 TakteDur

Wo sie vorkommt: „Misty“, „Lady Bird“, „Stella by Starlight“, „There Will Never Be Another You“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Chromatische Mollklischeelinie

Im – Im(maj7) – Im7 – Im6

Ein liegender Mollakkord mit einer Stimme, die chromatisch fällt: Im, Im(maj7), Im7, Im6.

Eine Stimme beginnt auf dem Grundton und fällt in Halbtönen (C, H, B, A), während der Rest des Akkords liegen bleibt: eine Klischeelinie, eine Innenstimme, die einem stehenden Akkord Bewegung gibt. Melodisch Moll über den ersten beiden Akkorden, Dorisch über den anderen: Die Skalen folgen dem fallenden Ton.

in C-Moll

  1. Im
  2. Im(maj7)
  3. Im7
  4. Im6
AkkordSkala
ImCm 1 TaktMelodisches Moll
Im(maj7)Cm(maj7) 1 TaktMelodisches Moll
Im7Cm7 1 TaktDorisch
Im6Cm6 1 TaktDorisch

Wo sie vorkommt: „My Funny Valentine“, „In a Sentimental Mood“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Coltrane Changes

IIm7 – ♭III7 – ♭VImaj7 – VII7 – IIImaj7 – V7 – Imaj7

Die Coltrane Changes: drei tonale Zentren im Abstand einer großen Terz, verbunden durch Dominanten.

John Coltrane teilt die Oktave in drei gleiche Teile (C, As, E) und wechselt mit einer Dominante von einem zum anderen: Eine klassische II V I wird zur Reise durch drei Tonarten. Jedes Ziel ist ein maj7 mit der Durtonleiter, jede Dominante hat ihr Mixolydisch. Zum Skalenwechsel bleiben zwei Viertel.

in C-Dur

  1. IIm7
  2. ♭III7
  3. ♭VImaj7
  4. VII7
  5. IIImaj7
  6. V7
  7. Imaj7
AkkordSkala
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
♭III7Es7 2 ViertelMixolydisch
♭VImaj7Asmaj7 2 ViertelDur
VII7H7 2 ViertelMixolydisch
IIImaj7Emaj7 2 ViertelDur
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: „Giant Steps“, „Countdown“, „Central Park West“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Der Blues

Zwölf Takte, von der Grundform bis zur Bebop-Form: die meistgespielte Form der afroamerikanischen Musik.

Einfacher Blues

I7 – IV7 – I7 – V7 – IV7 – I7 – V7

Der zwölftaktige Blues mit drei Akkorden: I7, IV7 und V7.

Drei Phrasen zu je vier Takten: vier auf der I, zwei auf der IV und zwei auf der I, dann V, IV, I und eine V, die zum Anfang zurückführt. Alle Akkorde sind Dominantseptakkorde, auch die I: Das ist der Klang des Blues. Darüber spielt man Mixolydisch zu jedem Akkord oder eine einzige Bluesskala auf der Tonika für alle zwölf Takte.

in C-Dur

  1. I7
  2. IV7
  3. I7
  4. V7
  5. IV7
  6. I7
  7. V7
  8. I7
AkkordSkala
I7C7 4 TakteMixolydisch
IV7F7 2 TakteMixolydisch
I7C7 2 TakteMixolydisch
V7G7 1 TaktMixolydisch
IV7F7 1 TaktMixolydisch
I7C7 1 TaktMixolydisch
V7G7 1 TaktMixolydisch
I7C7 1 TaktMixolydisch

Wo sie vorkommt: „Sweet Home Chicago“, „C Jam Blues“, „Johnny B. Goode“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Jazz-Blues

I7 – IV7 – I7 – IV7 – ♯IVdim7 – I7 – VI7 – IIm7 – V7 – I7 – VI7 – IIm7 – V7

Der Blues, wie Jazzmusiker ihn spielen: mit der IV im zweiten Takt, dem verminderten Akkord, den II V.

Die Form bleibt zwölftaktig, aber die Akkorde werden reicher: der IV7 im zweiten Takt, der verminderte Akkord auf der ♯IV, der zur I hinaufführt, die Zwischendominante VI7, die zur II führt, eine echte II V im neunten und zehnten Takt und ein Turnaround am Schluss. Jeder neue Akkord verlangt seine Skala: der verminderte Vermindert Ganzton-Halbton, der VI7 Phrygisch-Dominant.

in C-Dur

  1. I7
  2. IV7
  3. I7
  4. IV7
  5. ♯IVdim7
  6. I7
  7. VI7
  8. IIm7
  9. V7
  10. I7
  11. VI7
  12. IIm7
  13. V7
  14. I7
AkkordSkala
I7C7 1 TaktMixolydisch
IV7F7 1 TaktMixolydisch
I7C7 2 TakteMixolydisch
IV7F7 1 TaktMixolydisch
♯IVdim7Fisdim7 1 TaktVermindert (Ganzton-Halbton)
I7C7 1 TaktMixolydisch
VI7A7 1 TaktPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
IIm7Dm7 1 TaktDorisch
V7G7 1 TaktMixolydisch
I7C7 2 ViertelMixolydisch
VI7A7 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
I7C7 1 TaktMixolydisch

Wo sie vorkommt: „Now's the Time“, „Billie's Bounce“, „Tenor Madness“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Moll-Blues

Im7 – IVm7 – Im7 – ♭VI7 – V7♭9 – Im7 – IIm7♭5 – V7♭9

Der Moll-Blues: Mollakkorde auf der I und der IV, die Dominante mit vorangehendem ♭VI7.

Dieselbe Form wie der Blues, aber Tonika und IV sind Mollseptakkorde. Im neunten Takt fällt der ♭VI7 um einen Halbton auf die Dominante, die eine tiefe None hat; am Schluss eine Moll-II-V. Dorisch über den Mollakkorden, Lydisch-Dominant über dem ♭VI7, Phrygisch-Dominant über der V; die Moll-Bluesskala passt fast überall.

in C-Moll

  1. Im7
  2. IVm7
  3. Im7
  4. ♭VI7
  5. V7♭9
  6. Im7
  7. IIm7♭5
  8. V7♭9
  9. Im7
AkkordSkala
Im7Cm7 4 TakteDorisch
IVm7Fm7 2 TakteDorisch
Im7Cm7 2 TakteDorisch
♭VI7As7 1 TaktLydisch-Dominant
V7♭9G7♭9 1 TaktPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
Im7Cm7 1 TaktDorisch
IIm7♭5Dm7♭5 2 ViertelLokrisch
V7♭9G7♭9 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
Im7Cm7 1 TaktDorisch

Wo sie vorkommt: „Mr. P.C.“, „Equinox“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Parker-Blues

Imaj7 – VIIm7♭5 – III7 – VIm7 – II7 – Vm7 – I7 – IV7 – IVm7 – ♭VII7 – IIIm7 – VI7 – ♭IIIm7 – ♭VI7 – IIm7 – V7 – Imaj7 – VI7 – IIm7 – V7

Der Blues von Charlie Parker: eine Kette von II V, die zur IV und dann zur II hinunterführt.

Vom Imaj7 aus beginnt eine Reihe von II V, die Ganzton für Ganzton fallen, jede einen Takt lang, bis zum IV7. Dann führen weitere II V hinunter zur II der Schlusskadenz. Es ist immer noch ein Blues, denn die Stationen sind dieselben (I, IV, II V I), aber der Weg ist der des Bebop. Man spielt ihn mit den Skalen der II V und wechselt in jedem Takt die Tonart.

in C-Dur

  1. Imaj7
  2. VIIm7♭5
  3. III7
  4. VIm7
  5. II7
  6. Vm7
  7. I7
  8. IV7
  9. IVm7
  10. ♭VII7
  11. IIIm7
  12. VI7
  13. ♭IIIm7
  14. ♭VI7
  15. IIm7
  16. V7
  17. Imaj7
  18. VI7
  19. IIm7
  20. V7
  21. Imaj7
AkkordSkala
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur
VIIm7♭5Hm7♭5 2 ViertelLokrisch
III7E7 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
VIm7Am7 2 ViertelÄolisch
II7D7 2 ViertelMixolydisch
Vm7Gm7 2 ViertelDorisch
I7C7 2 ViertelMixolydisch
IV7F7 1 TaktMixolydisch
IVm7Fm7 2 ViertelDorisch
♭VII7B7 2 ViertelMixolydisch
IIIm7Em7 2 ViertelPhrygisch
VI7A7 2 ViertelMixolydisch
♭IIIm7Esm7 2 ViertelDorisch
♭VI7As7 2 ViertelMixolydisch
IIm7Dm7 1 TaktDorisch
V7G7 1 TaktMixolydisch
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
VI7A7 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: „Blues for Alice“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Ganze Formen

Vollständige Strukturen, über die Hunderte von Stücken geschrieben wurden.

Rhythm Changes (A-Teil)

Imaj7 – VIm7 – IIm7 – V7 – IIIm7 – VI7 – IIm7 – V7 – Imaj7 – I7 – IVmaj7 – ♯IVdim7 – Imaj7 – VI7 – IIm7 – V7

Der A-Teil der Rhythm Changes: acht Takte I VI II V, die um die Tonika kreisen.

Zwei Akkorde pro Takt, fast alle in der Tonart: I VI II V, dann III VI II V. Im fünften Takt wird die I zur Dominante (I7) und führt zur IV, mit einem verminderten Akkord, der zur I zurückführt. Es ist der A-Teil von Gershwins „I Got Rhythm“, über den Bebop-Musiker Dutzende von Stücken geschrieben haben. Man kann ihn ganz mit der Skala der Tonart spielen und wechselt nur bei den Zwischendominanten.

in C-Dur

  1. Imaj7
  2. VIm7
  3. IIm7
  4. V7
  5. IIIm7
  6. VI7
  7. IIm7
  8. V7
  9. Imaj7
  10. I7
  11. IVmaj7
  12. ♯IVdim7
  13. Imaj7
  14. VI7
  15. IIm7
  16. V7
  17. Imaj7
AkkordSkala
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
VIm7Am7 2 ViertelÄolisch
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
IIIm7Em7 2 ViertelPhrygisch
VI7A7 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
I7C7 2 ViertelMixolydisch
IVmaj7Fmaj7 2 ViertelLydisch
♯IVdim7Fisdim7 2 ViertelVermindert (Ganzton-Halbton)
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
VI7A7 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: „I Got Rhythm“, „Oleo“, „Anthropology“, „Moose the Mooche“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Rhythm Changes (ganze Form)

Imaj7 – VIm7 – IIm7 – V7 – IIIm7 – VI7 – IIm7 – V7 – Imaj7 – I7 – IVmaj7 – ♯IVdim7 – Imaj7 – VI7 – IIm7 – V7 – Imaj7 – VIm7 – IIm7 – V7 – IIIm7 – VI7 – IIm7 – V7 – Imaj7 – I7 – IVmaj7 – ♯IVdim7 – Imaj7 – VI7 – IIm7 – V7 – III7 – VI7 – II7 – V7 – Imaj7 – VIm7 – IIm7 – V7 – IIIm7 – VI7 – IIm7 – V7 – Imaj7 – I7 – IVmaj7 – ♯IVdim7 – Imaj7 – VI7 – IIm7 – V7

Die kompletten Rhythm Changes: AABA-Form mit zweiunddreißig Takten.

Dreimal der A-Teil und dazwischen die Bridge: vier Dominanten im Quintabstand, je zwei Takte (III7 VI7 II7 V7). Der A-Teil bleibt in der Tonart und bewegt sich schnell; die Bridge entfernt sich und kehrt zurück. Nach dem Blues ist es die meistgespielte Form bei Jam Sessions.

in C-Dur

  1. Imaj7
  2. VIm7
  3. IIm7
  4. V7
  5. IIIm7
  6. VI7
  7. IIm7
  8. V7
  9. Imaj7
  10. I7
  11. IVmaj7
  12. ♯IVdim7
  13. Imaj7
  14. VI7
  15. IIm7
  16. V7
  17. Imaj7
  18. VIm7
  19. IIm7
  20. V7
  21. IIIm7
  22. VI7
  23. IIm7
  24. V7
  25. Imaj7
  26. I7
  27. IVmaj7
  28. ♯IVdim7
  29. Imaj7
  30. VI7
  31. IIm7
  32. V7
  33. III7
  34. VI7
  35. II7
  36. V7
  37. Imaj7
  38. VIm7
  39. IIm7
  40. V7
  41. IIIm7
  42. VI7
  43. IIm7
  44. V7
  45. Imaj7
  46. I7
  47. IVmaj7
  48. ♯IVdim7
  49. Imaj7
  50. VI7
  51. IIm7
  52. V7
  53. Imaj7
AkkordSkala
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
VIm7Am7 2 ViertelÄolisch
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
IIIm7Em7 2 ViertelPhrygisch
VI7A7 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
I7C7 2 ViertelMixolydisch
IVmaj7Fmaj7 2 ViertelLydisch
♯IVdim7Fisdim7 2 ViertelVermindert (Ganzton-Halbton)
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
VI7A7 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
VIm7Am7 2 ViertelÄolisch
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
IIIm7Em7 2 ViertelPhrygisch
VI7A7 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
I7C7 2 ViertelMixolydisch
IVmaj7Fmaj7 2 ViertelLydisch
♯IVdim7Fisdim7 2 ViertelVermindert (Ganzton-Halbton)
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
VI7A7 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
III7E7 2 TakteMixolydisch
VI7A7 2 TakteMixolydisch
II7D7 2 TakteMixolydisch
V7G7 2 TakteMixolydisch
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
VIm7Am7 2 ViertelÄolisch
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
IIIm7Em7 2 ViertelPhrygisch
VI7A7 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
I7C7 2 ViertelMixolydisch
IVmaj7Fmaj7 2 ViertelLydisch
♯IVdim7Fisdim7 2 ViertelVermindert (Ganzton-Halbton)
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
VI7A7 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: „I Got Rhythm“, „Oleo“, „Cotton Tail“, „Lester Leaps In“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Dominantkette

III7 – VI7 – II7 – V7

Vier Dominanten, jede eine Quinte über der nächsten: die Bridge der Rhythm Changes.

Jeder Dominantseptakkord löst sich in den nächsten auf, der wiederum eine Dominante ist: III7, VI7, II7, V7 und am Ende die I. Es sind Zwischendominanten in einer Kette. Darüber spielt man Mixolydisch zu jedem Akkord; die Schwierigkeit ist, alle zwei Takte die Skala zu wechseln, ohne den Faden zu verlieren, indem man die Terz eines Akkords mit der Septime des nächsten verbindet.

in C-Dur

  1. III7
  2. VI7
  3. II7
  4. V7
  5. Imaj7
AkkordSkala
III7E7 2 TakteMixolydisch
VI7A7 2 TakteMixolydisch
II7D7 2 TakteMixolydisch
V7G7 2 TakteMixolydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: Die Bridge von „I Got Rhythm“, „Oleo“, „Anthropology“; „Sweet Georgia Brown“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Die Turnarounds

Zwei Takte, die zur ersten Stufe zurückführen. Man spielt sie am Ende eines Stücks oder eines Formteils, um neu zu beginnen.

Einfacher Turnaround (I vi ii V)

Imaj7 – VIm7 – IIm7 – V7

Der häufigste Turnaround: I, VI, II, V und wieder I.

Zwei Takte, in denen die Tonika nicht stehen bleibt, sondern kreist: I, VIm7, IIm7, V7. Alle Akkorde gehören zur Tonart, und die Grundtöne fallen ab der VI in Quinten. Darüber passt die Skala der Tonart; die eigentliche Übung ist, die Töne jedes Akkords anzusteuern.

in C-Dur

  1. Imaj7
  2. VIm7
  3. IIm7
  4. V7
  5. Imaj7
AkkordSkala
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
VIm7Am7 2 ViertelÄolisch
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: Am Ende unzähliger Standards; er eröffnet den A-Teil von „I Got Rhythm“.

Generator ausprobieren

Mit Zwischendominanten (I VI7 ii V)

Imaj7 – VI7 – IIm7 – V7

Wie der Grund-Turnaround, aber mit der VI als Dominante: I, VI7, II, V.

Der VIm7 wird zum VI7, der Zwischendominante der II: Seine Terz ist ein tonartfremder Ton, der einen Halbton zur II hinaufführt. Über dem VI7 spielt man Phrygisch-Dominant (oder Alteriert), über dem Rest die Skalen der Tonart.

in C-Dur

  1. Imaj7
  2. VI7
  3. IIm7
  4. V7
  5. Imaj7
AkkordSkala
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
VI7A7 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: Sehr häufig in Standards der Swing-Ära und im Bebop.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Von der dritten Stufe (iii VI7 ii V)

IIIm7 – VI7 – IIm7 – V7

Der Turnaround, der auf der III beginnt: IIIm7, VI7, IIm7, V7.

Der IIIm7 ersetzt die I: Er hat fast dieselben Töne (drei von vier), wirkt also als Tonika, aber mit weicherer Farbe. Dann die Quintenkette: VI7, II, V. Phrygisch über der III, Phrygisch-Dominant über dem VI7.

in C-Dur

  1. IIIm7
  2. VI7
  3. IIm7
  4. V7
  5. Imaj7
AkkordSkala
IIIm7Em7 2 ViertelPhrygisch
VI7A7 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: Das sind der dritte und vierte Takt des A-Teils der Rhythm Changes; häufig in Balladen.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Mit der IV (I IV ii V)

Imaj7 – IVmaj7 – IIm7 – V7

Der Turnaround über die IV: I, IVmaj7, IIm7, V7.

Die IV ersetzt die VI: Man geht zur Subdominante und kehrt mit der II V zurück. Alles Akkorde der Tonart; Lydisch über dem IVmaj7.

in C-Dur

  1. Imaj7
  2. IVmaj7
  3. IIm7
  4. V7
  5. Imaj7
AkkordSkala
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
IVmaj7Fmaj7 2 ViertelLydisch
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: Häufig im Pop und im Bossa Nova.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Blues (I7 VI7 ii V7)

I7 – VI7 – IIm7 – V7

Der Turnaround der letzten beiden Takte des Jazz-Blues: I7, VI7, IIm7, V7.

Wie der Turnaround mit Zwischendominante, aber die I ist ein Septakkord, wie im ganzen Blues. Mixolydisch über dem I7, Phrygisch-Dominant über dem VI7.

in C-Dur

  1. I7
  2. VI7
  3. IIm7
  4. V7
  5. I7
AkkordSkala
I7C7 2 ViertelMixolydisch
VI7A7 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
I7C7 1 TaktMixolydisch

Wo sie vorkommt: Die Takte 11 und 12 fast jedes Jazz-Blues.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Mit vermindertem Durchgangsakkord (I ♯I° ii V)

Imaj7 – ♯Idim7 – IIm7 – V7

Die VI ersetzt durch einen verminderten Akkord auf der ♯I: I, ♯Idim7, IIm7, V7.

Der verminderte Akkord auf der ♯I hat fast dieselben Töne wie ein VI7♭9 (ohne Grundton): Er erfüllt dieselbe Aufgabe, zur II zu führen, aber mit einem Bass, der chromatisch steigt (C, Cis, D). Über dem verminderten Akkord die Skala Vermindert Ganzton-Halbton.

in C-Dur

  1. Imaj7
  2. ♯Idim7
  3. IIm7
  4. V7
  5. Imaj7
AkkordSkala
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
♯Idim7Cisdim7 2 ViertelVermindert (Ganzton-Halbton)
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: Typisch für Stücke der Dreißiger- und Vierzigerjahre, wie „Ain't Misbehavin'“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Nur Dominanten (III7 VI7 II7 V7)

III7 – VI7 – II7 – V7

Vier Dominanten in Quinten: III7, VI7, II7, V7.

Alle Akkorde des Turnarounds werden zu Dominanten, jede die Dominante der nächsten. Der Klang ist schärfer und bluesiger. Mixolydisch über jeder, oder spannungsreichere Skalen über den Dominanten, die zu Mollakkorden der Tonart führen.

in C-Dur

  1. III7
  2. VI7
  3. II7
  4. V7
  5. Imaj7
AkkordSkala
III7E7 2 ViertelMixolydisch
VI7A7 2 ViertelMixolydisch
II7D7 2 ViertelMixolydisch
V7G7 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: Es ist die Bridge der Rhythm Changes, auf zwei Takte verdichtet; häufig im Jazz-Blues und im Ragtime.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Mit Tritonussubstitutionen (I ♭III7 ii ♭II7)

Imaj7 – ♭III7 – IIm7 – ♭II7

Turnaround mit zwei Tritonussubstitutionen: I, ♭III7, IIm7, ♭II7.

VI7 und V7 werden durch die einen Tritonus entfernten Dominanten ersetzt: Der Bass fällt chromatisch von der ♭III zur I. Lydisch-Dominant über den beiden Substitutdominanten.

in C-Dur

  1. Imaj7
  2. ♭III7
  3. IIm7
  4. ♭II7
  5. Imaj7
AkkordSkala
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
♭III7Es7 2 ViertelLydisch-Dominant
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
♭II7Des7 2 ViertelLydisch-Dominant
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: Typischer Klang von Bebop und modernem Jazz, oft als Variante des Grund-Turnarounds verwendet.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Nur Tritonussubstitutionen (I ♭III7 ♭VI7 ♭II7)

Imaj7 – ♭III7 – ♭VI7 – ♭II7

Der Turnaround I, VI7, II7, V7 mit allen drei Dominanten ersetzt: I, ♭III7, ♭VI7, ♭II7.

Ausgangspunkt ist der Turnaround mit Dominanten (I, VI7, II7, V7), und jede Dominante wird gegen die einen Tritonus entfernte getauscht: VI7 wird zu ♭III7, II7 zu ♭VI7, V7 zu ♭II7. Der Bass nimmt einen unerwarteten Weg (C, Es, As, Des, C) und erreicht die Tonika mit einem Halbtonschritt abwärts. Lydisch-Dominant über jeder Dominante.

in C-Dur

  1. Imaj7
  2. ♭III7
  3. ♭VI7
  4. ♭II7
  5. Imaj7
AkkordSkala
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
♭III7Es7 2 ViertelLydisch-Dominant
♭VI7As7 2 ViertelLydisch-Dominant
♭II7Des7 2 ViertelLydisch-Dominant
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: Moderne Variante, mit der Pianisten die letzten Takte eines Stücks reharmonisieren.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Chromatisch (iii ♭iii ii ♭II7)

IIIm7 – ♭IIIm7 – IIm7 – ♭II7

II V, die chromatisch fallen: IIIm7, ♭IIIm7, IIm7, ♭II7.

Von der Moll-III geht es in Halbtönen bis zur I hinunter: Jeder Akkord ist eine II oder eine Substitutdominante. Die Basslinie ist komplett chromatisch. Phrygisch über der III, Dorisch über der ♭III, Lydisch-Dominant über dem ♭II7.

in C-Dur

  1. IIIm7
  2. ♭IIIm7
  3. IIm7
  4. ♭II7
  5. Imaj7
AkkordSkala
IIIm7Em7 2 ViertelPhrygisch
♭IIIm7Esm7 2 ViertelDorisch
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
♭II7Des7 2 ViertelLydisch-Dominant
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: „Satin Doll“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Tadd Dameron (I ♭III ♭VI ♭II)

Imaj7 – ♭IIImaj7 – ♭VImaj7 – ♭IImaj7

Der Turnaround von Tadd Dameron: vier maj7-Akkorde, I, ♭III, ♭VI, ♭II.

Die Akkorde des Turnarounds mit Tritonussubstitutionen werden alle zu maj7: statt Dominanten fallende Durakkorde. Der Klang ist weich und überraschend. Lydisch über jedem Akkord außer der I.

in C-Dur

  1. Imaj7
  2. ♭IIImaj7
  3. ♭VImaj7
  4. ♭IImaj7
  5. Imaj7
AkkordSkala
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
♭IIImaj7Esmaj7 2 ViertelLydisch
♭VImaj7Asmaj7 2 ViertelLydisch
♭IImaj7Desmaj7 2 ViertelLydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: „Lady Bird“, „Half Nelson“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Backdoor (I iv ♭VII7)

Imaj7 – IVm7 – ♭VII7

Ein Takt I, dann IVm7 und ♭VII7, die durch die Hintertür zurückkehren.

Statt der II V verwendet man die Backdoor-Kadenz aus der gleichnamigen Molltonart. Der Klang ist sanfter als der der Dominante. Dorisch über dem IVm7, Lydisch-Dominant über dem ♭VII7.

in C-Dur

  1. Imaj7
  2. IVm7
  3. ♭VII7
  4. Imaj7
AkkordSkala
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur
IVm7Fm7 2 ViertelDorisch
♭VII7B7 2 ViertelLydisch-Dominant
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: „Lady Bird“, „Misty“.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Mit Sus-Dominante (I vi ii V7sus)

Imaj7 – VIm7 – IIm7 – V7sus

Der Grund-Turnaround mit Sus-Dominante: I, VIm7, IIm7, V7sus.

Beim letzten Akkord ersetzt die Quarte die Terz: Die Dominante drängt nicht, sie bleibt in der Schwebe, und die Rückkehr zur I ist weicher. Mixolydisch über dem V7sus, mit der Quarte als Schwerpunktton.

in C-Dur

  1. Imaj7
  2. VIm7
  3. IIm7
  4. V7sus
  5. Imaj7
AkkordSkala
Imaj7Cmaj7 2 ViertelDur
VIm7Am7 2 ViertelÄolisch
IIm7Dm7 2 ViertelDorisch
V7susG7sus 2 ViertelMixolydisch
Imaj7Cmaj7 1 TaktDur

Wo sie vorkommt: Typischer Klang des Jazz ab den Sechzigerjahren und des Fusion.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Moll (i vi° ii° V)

Im6 – VIm7♭5 – IIm7♭5 – V7♭9

Der Turnaround in Moll: Im6, VIm7♭5, IIm7♭5, V7♭9.

Die Mollversion des Grund-Turnarounds: VI und II sind halbvermindert, die Dominante hat die ♭9. Lokrisch über den beiden halbverminderten Akkorden, Phrygisch-Dominant über der V.

in C-Moll

  1. Im6
  2. VIm7♭5
  3. IIm7♭5
  4. V7♭9
  5. Im6
AkkordSkala
Im6Cm6 2 ViertelMelodisches Moll
VIm7♭5Am7♭5 2 ViertelLokrisch
IIm7♭5Dm7♭5 2 ViertelLokrisch
V7♭9G7♭9 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
Im6Cm6 1 TaktMelodisches Moll

Wo sie vorkommt: Am Ende vieler Mollstücke, um zum Anfang zurückzukehren.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Moll mit ♭VI7 (i ♭VI7 ii° V)

Im6 – ♭VI7 – IIm7♭5 – V7♭9

Moll-Turnaround mit dem ♭VI7: Im6, ♭VI7, IIm7♭5, V7♭9.

Der ♭VI7 ist die Tritonussubstitution des II7, der Dominante der Dominante: ein Dominantakkord, der einen Halbton zum halbverminderten Akkord auf der II fällt. Lydisch-Dominant über dem ♭VI7, dann die Moll-II-V.

in C-Moll

  1. Im6
  2. ♭VI7
  3. IIm7♭5
  4. V7♭9
  5. Im6
AkkordSkala
Im6Cm6 2 ViertelMelodisches Moll
♭VI7As7 2 ViertelLydisch-Dominant
IIm7♭5Dm7♭5 2 ViertelLokrisch
V7♭9G7♭9 2 ViertelPhrygisch-DominantoderAlteriert (Superlokrisch)
Im6Cm6 1 TaktMelodisches Moll

Wo sie vorkommt: Dieselbe Bewegung wie in den letzten Takten des Moll-Blues.

Generator ausprobierenDiese Akkordfolge gibt es in allen Tonarten in der MEG-App.

Schlüsselbegriffe

Tonika, Subdominante, Dominante
Die drei Funktionen der Akkorde. Die Tonika (I) ist die Ruhe; die Subdominante (IV, II) entfernt sich; die Dominante (V) baut Spannung auf und will zur Tonika zurück. Fast jede Akkordfolge ist eine Reise zwischen diesen dreien.
II V I
Die Kadenz, die einen Akkord über die II und die V seiner Tonart erreicht. Sie funktioniert zu jedem Akkord, nicht nur zur Tonika: Deshalb gibt es in Stücken so viele davon, in verschiedenen Tonarten.
Guide Tones
Terz und Septime eines Akkords: Sie zeigen, ob er Dur, Moll oder Dominante ist. Beim Übergang von einem Akkord zum nächsten bewegen sie sich um einen Halbton oder Ganzton, und ihnen zu folgen ist der einfachste Weg, die Akkordfolge in einer Melodie hörbar zu machen.
Zwischendominante
Die Dominante eines Akkords, der nicht die Tonika ist: Der VI7 führt zur II, der III7 zur VI. Sie enthält einen tonartfremden Ton, der zum nächsten Akkord drängt.
Tritonussubstitution
Eine Dominante anstelle derjenigen, die einen Tritonus entfernt liegt (Des7 statt G7). Beide haben dieselbe Terz und dieselbe Septime, vertauscht, und lösen sich deshalb in denselben Akkord auf; der Bass fällt einen Halbton statt einer Quinte.
Verminderter Durchgangsakkord
Ein verminderter Akkord, der zwei Akkorde im Ganztonabstand verbindet, mit einem Bass, der einen Halbton steigt (C, Cisdim, Dm). Er erfüllt die Aufgabe einer Zwischendominante ohne Grundton.
Backdoor und Modal Interchange
Akkorde, die aus der Molltonart mit derselben Tonika entlehnt sind, wie die Moll-IV und der ♭VII7. Die Backdoor-Kadenz (IVm7 ♭VII7 I) erreicht die Tonika mit einer weicheren Farbe als die II V.
Sus-Akkord
Ein Akkord, in dem die Quarte die Terz ersetzt. Ohne Terz ist er weder Dur noch Moll und bleibt in der Schwebe; der V7sus ist eine Dominante, die nicht drängt.
Turnaround
Eine ein- oder zweitaktige Formel, die zur ersten Stufe zurückführt, am Ende eines Stücks oder eines Formteils. Die Grundform ist I VI II V; alle anderen sind Varianten davon.
Tonales Zentrum
Die Tonart, in der sich das Stück in einem bestimmten Moment befindet. Viele Standards wechseln alle paar Takte das tonale Zentrum, meist mit einer II V: Wer die tonalen Zentren erkennt, wählt die Skalen leichter.
Tensions
Die Töne, die nicht zum Akkord gehören, ihn aber färben: None, Undezime und Tredezime. Über Dominanten können sie alteriert sein (♭9, ♯9, ♯11, ♭13), und sie entscheiden, welche Skala man spielt.

Akkorde und Skalen →

Häufige Fragen

Was ist die wichtigste Akkordfolge im Jazz?
Die II V I: ein Mollakkord auf der zweiten Stufe, die Dominante auf der fünften und die Auflösung auf die Tonika. Sie steckt in fast jedem Standard, oft mehrmals und in verschiedenen Tonarten.
Was ist ein Turnaround?
Eine zweitaktige Formel, die zur ersten Stufe zurückführt, am Ende eines Stücks oder eines Formteils. Die Grundform ist I VI II V; die anderen sind Varianten mit Zwischendominanten, Tritonussubstitutionen oder Akkorden aus der Molltonart.
Welche Skalen spielt man über einer II V I?
In Dur Dorisch über der II, Mixolydisch über der V und Dur über der I: Alle haben dieselben Töne, die der Tonart. In Moll Lokrisch über der II, Phrygisch-Dominant oder Alteriert über der V und Melodisch Moll über der I.
Wie übt man Akkordfolgen?
Zuerst hört man sie an und lernt die Akkorde in einer Tonart, dann spielt man Arpeggien und Guide Tones über jeden Akkord, schließlich transponiert man die Akkordfolge in alle Tonarten. Der MEG-Generator schreibt Übungen zu jeder dieser Akkordfolgen.

Vom Quintenzirkel zu Akkordfolgen

In der MEG-App erstellst du Übungen über II V I, Blues und Turnarounds durch alle Tonarten, in Quinten wie im Quintenzirkel, mit Begleitung aus Bass, Klavier und Schlagzeug. Probiere inzwischen den Generator in der gewählten Tonart aus.

Generator ausprobieren